Cochabamba

Das ArBolivia Projekt ist eine Initiative, welche sich für Aufforstung, bessere Landnutzung sowie Fair Trade einsetzt. Das Projekt erstrebt praktische Lösungen, um die weltweite Abholzung, den Klimawandel und die Armut in Entwicklungsländern zu bekämpfen.
 
Flowers in the forest
Flowers in the forest

Nominiert von...

Das Projekt

Der Amazonas ist eines der grössten Ökosysteme der Welt: Bereits einer seiner Naturparks bildet die Heimat für 43% der Biodiversität in der Neuen Welt. Dieser natürliche Regenwald verschwindet jedoch rasch, teilweise wegen des breit angewandten Brauchs von „Slash and Burn“ - das Abholzen und Abbrennen des Regenwaldes. Die Triebkraft hinter dieser gravierenden Abholzung ist die Armut in der Bevölkerung. Hier setzt das ArBolivia Projekt an.

Das Projekt umspannt eine Fläche von 7200 Hektaren und bezieht 1500 bäuerliche Kleinbetriebe mit ein, die zu landwirtschaftlichen Genossenschaften gehören. Kleine, wirtschaftlich rentable Waldplantagen von einheimischen Baumarten werden im subtropischen Tiefland des Amazonas-Beckens in einer Partnerschaft mit den ansässigen Bauern aufgeforstet. Die Plantagen werden dort angebaut, wo der natürliche Regenwald bereits verschwunden ist. Nachhaltige agroforstwirtschaftliche Praktiken werden zudem eingeführt, was den immensen Druck, immer mehr Bäume zu fällen, etwas mindert. Landbesitzer werden ermuntert, Saat von einheimischen Bäumen zu ernten und anzupflanzen, um somit den längerfristigen Wert eines Primärwaldes aufzuzeigen und diesen auch zu schützen.

Dieses Projekt zielt darauf ab,
  • die Planung von Landnutzung zu verbessern, Naturschutzgebiete zu definieren und Schutzmassnahmen zu implementieren.
  • die Landnutzung sowie das Einkommen zu verbessern, indem neue Agro-Forst-Systeme als Alternative zu „Slash and Burn“- Praktiken eingeführt werden. 10'000 Zitrus - und 10'000 Kakaopflanzen werden von Bauern angepflanzt.
  • die einheimischen Pflanzen vor der Abholzung zu schützen, indem Bauern durch das Sammeln von Saatgut einen Lohn generieren können. 500 Samenbäume werden zertifiziert. Von diesen können die Bauern anschliessend Samen einsammeln und diese verkaufen.
 
Caring for new saplings
Caring for new saplings

Update

Bis im Oktober wurden Daten von 150 Bauernhof-Parzellen gesammelt sowie Karten für 30 Parzellen erstellt. Zudem werden zurzeit für 75 verschiedene Bauernfamilien Planungsunterlagen für integrierte Flächennutzung erstellt. In diesen Dokumenten wird auch definiert, welche Teile der Bauernhöfe für den Naturschutz vorgesehen sind.

Während den Diskussionen zu diesen Plänen sind zwei Gemeinschaften nach vorne getreten und haben sich gewünscht, dass ihre gemeinsame Waldfläche für den Naturschutz vorgesehen wird. Zwei Flächen von insgesamt 1300 Hektaren an Primärwald und bereits degradiertem Wald wurden deshalb in diese Arbeit miteinbezogen und Pläne für deren Landnutzung erstellt.

Bis heute wurden 2500 Samenbäume als Bezugsquellen für die Saat selektioniert, hauptsächlich aus den Palo Maria und Tejeyuqze-Gattungen. ArBolivia fertigt derzeit auch einen Führer zu den Qualitätskriterien für die Selektion von Samenbäumen an. Dieser wird von Bauern mit einigen wenigen noch bestehenden Bäumen sowie von einheimischen Gemeinschaften verwendet. Zusätzlich werden sie von den Mitarbeitern verwendet und sind auf der Webseite allen verfügbar.

Das Projekt wurde im November 2012 abgeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Daten von 175 Betriebsparzellen gesammelt und 52 Landnutzungspläne vervollständigt worden. Außerdem unterstützte ArBolivia den Naturschutz von 1.300 Hektar kommunalem Land. Es wurden 21.136 Bäume unter 169 landwirtschaftlichen Familien verteilt und über 52,7 Hektar gepflanzt. Nach Rücksprache mit Landwirten wurde beschlossen, dass es mehr Zitrus statt Kakao Bäume sein sollten, da diese für die landwirtschaftlichen Familien wegen den Marktkonditionen mehr Nutzen haben. Landwirten wurde ebenfalls technische Hilfe zur Baumpflanzung und -pflege geboten. Letztendlich wurden 269 Bäume als Samenquelle gewählt – genug, um den aktuellen Bedarf zu befriedigen. Diese Bäume wurden gekennzeichnet und ein Führer wurde in Samenauswahl und Behandlung unterrichtet.



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Hugo Tagholm, Surfers Against Sewage