Renaturierung Mangroven-Sumpf in Sri Lanka

Global Nature Fund

Die Nagenahiru Foundation in Sri Lanka setzt sich mit der Hilfe von Sensibilisierungskampagnen, Bildungsprogrammen und Aktionen für den Umweltschutz zugunsten von zukünftigen Generationen ein, im spezifischen für den Schutz der Auen-Ressourcen.
 
Supporting local communities
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Das Projekt

Mangrovenwälder sind einzigartige Lebensräume, die sich an die Lebensbedingungen von brackischen Mündungsgebieten und Küstengebieten angepasst haben. In keinem anderen Biotop wird der Lebensraum von so vielen verschiedenen Tieren, Salz- und Süsswasserarten sowie Meeres- und Landorganismen geteilt. Zusätzlich schützen die weitläufigen Wurzelballen der Mangroven den Lebensraum auch vor Flutwellen und Erosion.

Das Madampe Lake Wildlife Schutzgebiet besteht hauptsächlich aus zehn Feuchtgebietsvegetationstypen und 303 Pflanzenarten. Das Gebiet ist verschiedenen Bedrohungen, bedingt durch Urbarmachung von Land, Abladen von Haus- und Industriemüll sowie das Abholzen von Mangrovenbäumen als Bau- und Feuerholz, ausgesetzt. Das Projekt versucht, das Verständnis der Gemeinschaften für die Wichtigkeit des Mangroven-Ökosystems zu steigern. Zu diesem Zweck werden längerfristige Lehrprogramme geplant und die Gemeinschaften dazu ermächtigt und ermuntert, die Mangroven zu beschützen.

Dieses Projekt hat folgende Ziele:
  • Ein Garten für Ausbildungsmassnahmen sowie eine Demonstrationsbaumschule mit einem Outdoor-Klassenzimmer für Bildung in Sachen Mangroven aufzubauen.
  • Mit Workshops das Verständnis für die Notwendigkeit der Bewahrung und Wiederherstellung von seltenen und bedrohten Mangrovenpflanzen zu vertiefen.
  • Über 10’000 neue Setzlinge auf einer Fläche von 6 Hektaren um die Feuchtgebiete herum pflanzen - dort wo der Mangrovenwald zerstört wurde.
 

Update

Unter der Leitung von Experten vom nationalen Institut für Volksmedizin wurden im Nagenahiru Centre für Environmental Education ein Baumgarten für Medizinalpflanzen und ein Herbarium entwickelt. Rund 100 Medizinalpflanzenarten wurden in dem einen Acre grossen Garten im Zentrum gepflanzt. Es wird gehofft, dass sich diese seltenen Pflanzen in die umliegenden Gebiete ausbreiten. Einige Pflanzen werden zudem für Bildung, Demonstrationen oder Feldforschung angepflanzt. Ein Haus für Medizinalpflanzen wurde zudem erbaut, um 21 stark bedrohten Pflanzen, die für die Region typisch sind, eine Heimat zu bieten. Einige der Pflanzen werden von umliegenden Gemeinschaften genutzt, um pflanzliche Arzneimittel gegen kleinere gesundheitliche Probleme herzustellen.

Ein Ausstellungsgarten für Mangroven mit 36 verschiedenen Mangrovenarten, wovon sechs stark bedroht sind, wurde ebenfalls ins Leben gerufen. Der Garten wird von den umliegenden Schulen und anderweitigen Besuchern des Zentrums für Ausbildungszwecke benutzt, da der Garten nicht nur die Flora und Fauna der Feuchtgebiete zeigt, sondern auch einen Einblick in die sonst verborgene Natur der Mangroven gewährleistet.

24 Ausbildungsworkshops mit 1138 Teilnehmern wurden durchgeführt. In den Workshops wurden praktische Informationen für die Nutzer von Feuchtgebieten gegeben – insbesondere für Frauen, Regierungsbeamte und Schulkinder. Des Weiteren wurden dreitätige Intensiv-Kurse angeboten, um Frauen und jungen Menschen aus den umliegenden Feuchtgebieten ein vertieftes Wissen dazu zu vermitteln. Diese Kursteilnehmer können später die Erhaltung der Feuchtgebiete anführen.

Wissenschaftliche Daten wurden erhoben, um ein Leitfaden in Sachen Mangroven zu publizieren: „Das Wunder der Mangroven in Sri Lanka“. Dieser Leitfaden wurde von Manoj Prasanna geschrieben, ein Forschungsbeauftragter in dem Bereich Biodiversität des Ministeriums für Umwelt und Naturressourcen Sri Lanka. Prasanna diskutiert in diesem Buch das pädagogische Interesse von Schulkindern und Studenten und füllt damit eine wichtige Lücke, da solche Ausbildungsmaterialien in der lokalen Sprache bisher fehlten.

Im Juni 2011 fand ein internationaler Event statt, um das Wissen zu teilen, das durch die Wiederaufforstung von Mangroven in Sri Lanka entstanden ist.

Zwei Baumschulen von Mangroven wurden angelegt, in denen gesamthaft 12'000 Setzlinge aufwuchsen. Alle wurden im Frühling 2011 im Suduwella Schutzgebiet für Mangroven angepflanzt. Ansässige Frauen haben die Samen gesammelt und angepflanzt, was ihnen zusätzliches Einkommen beschert hat. Eine neue Baumschule mit 3000 Setzlingen wurde zusätzlich ins Leben gerufen, um damit die Aufforstung weiter voranzutreiben.

In einem Gebiet von sechs Hektaren wurden 11'000 Setzlinge gepflanzt, um das degradierte Mangroven-Gebiet aufzuforsten. Sie wachsen gut. Diese Aufforstung wird das Ökosystem wiederherstellen, die Biodiversität verbessern und vor Katastrophen wie Tsunamis schützen, da die Wurzeln der Mangroven als natürliche Barriere dienen. Zusätzlich werden die Laichgebiete von Fischen und Mollusken, die von der lokalen Gemeinschaft benutzt werden, verbessert.

Viele andere Gruppen, die sich für die Aufforstung von Mangroven interessiert haben, besuchen nun regelmässig die Standorte der Renaturierung um davon zu lernen und Daten für die Aufforstungstechnik zu erheben. Das Buch „Das Wunder der Mangroven“, das dank dem Projekt publiziert werden konnte, war dabei besonders nützlich. Aus diesen Gründen kann man sagen, dass das Projekt eine längerfristige positive Wirkung hat.
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Hugo Tagholm, Surfers Against Sewage