Verbindungswege für Elefanten in Indien

Die World Land Trust will natürliche Ökosysteme beschützen und nachhaltig nutzen und die Biodiversität schonen. Einen besonderen Fokus legt sie dabei auf bedrohte Lebensräume und vom Aussterben bedrohte Tierarten. Dadurch, dass mit den ansässigen Leuten, Gemeinschaften und Organisationen Partnerschaften eingegangen werden, wird die Unterstützung und Verpflichtung von den Leuten in den Projektgebieten gefördert. Die Sensibilisierung für die Notwendigkeit des Umweltschutzes führt zu einem besseren Verständnis derselben. So kann mit Bildung, Information und Fundraising die nötige Unterstützung eingeholt werden.
 

Nominiert von...

Das Projekt

Nach viel Forschungsarbeit hat die Wildlife Trust of India eine umfangreiche Liste von 88 Verbindungswegen durch ganz Indien erstellt, die für das längerfristige Überleben des Asiatischen Elefanten entscheidend sind. Verbindungswege bestehen aus den ungeschützten Gebieten zwischen den bruchstückhaften Schutzgebieten. Diese Gebiete werden zunehmend von Menschen dominiert, was zu vielen Konflikten zwischen Menschen und wild lebenden Tieren führt. Folgen davon sind die Zerstörung von Feldern und Gebäuden sowie die Gefährdung von Menschenleben. Um diese Verbindungswege zu sichern, müssen die lokalen Gemeinschaften für die Option sensibilisiert werden, sich freiwillig ausserhalb den Konfliktzonen in einem sicheren Gebiet niederzulassen – mit ihrem eigenen Land und besserer Behausung. Dies würde auch die Lebensräume im Regenwald gut erhalten, da ein weiteres Fragmentieren der durchgängigen Lebensräume durch das Vordringen des urbanen Lebensraumes verhindert werden könnte. Zusätzlich könnte hiermit den Tigern, Elefanten, Pferdehirschen, Sumpfkrokodilen, Gangesgavialen und über 575 Vogelarten Zuflucht geboten werden. Dies wird erreicht durch:
  • Das Setzen von Prioritäten in Bezug auf sieben Verbindungswege im Corbett Nationalpark in Uttaranchal State.
  • Die Einführung eines Sensibiliserungsprogramms um das Konzept von Verbindungswegen für Elefanten den lokalen Gemeinschaften und den wichtigsten Umweltschützern bekannt zu machen.
  • Die Sicherung des wichtigsten Verbindungsweges bis Dezember 2011
 
Destruction of crops
Destruction of crops

Update

Sieben Korridore wurden im April 2010 priorisiert. Von diesen hob sich einer im besonderen heraus, da der Konflikt zwischen 400 Familien in drei Dörfern und wilden Tieren wie Tigern, Leoparden und Wildschweinen, die den Verbindungsweg für Elefanten benutzen, dringend entschärft werden musste. Dieser Weg - der Chilkiya-Kota-Korridor – besteht aus einem 5.5 Quadratkilometer Gebiet zwischen zwei Schutzgebieten. Es wird sehr häufig von Wildtieren genutzt, um zwischen den zwei Schutzgebieten zu pendeln, aber auch von Menschen, die in diesem Gebiet leben und Felder bewirtschaften. Ein Dialog mit den Gemeinschaften vor Ort kam nur langsam zustande, bis im Oktober 2010 eine Serie von Tiger-Attacken bedauerlicherweise zum Tod von sieben Menschen in und um den Verbindungsweg führte. Die Gemeinschaften vor Ort haben nun bestätigt, dass sie eine Umsiedlung befürworten. Ein Ort für die Umsiedlung der Gemeinschaften wird zurzeit (mit vollem Mitsprachrecht) gesucht und es wird gehofft, dass sowohl sie als auch die Wildtiere in dem Verbindungsweg bis 2011/2012 beschützt werden können. Um den Geschäftsführer von Wildlife Trust of India zu zitieren: „Diese grossen Tiere brauchen Platz, und sie werden töten, um diesen Platz zu bekommen. Ich habe hierfür nur eine Lösung: Ihnen Platz zu geben.“ Um ein kurzes Amateurvideo von einem Tiger zu sehen, der in einem Verbindungsweg für Elefanten an Menschen vorbeiläuft, klicken Sie hier.

Nach der Spende von EOCA in der Höhe von 30'000 Euro hat ein grosszügiger Spender der World Land Trust versprochen, Mittel in der Höhe der EOCA-Spende bereitzustellen. Aus diesem Grund haben sich die Mittel von EOCA verdoppelt: Nun stehen 60'000 Euro zur Verfügung.

Further Information

Seit Anfang des Projektes hat die World Land Trust einen ausgezeichneten Weg ausgedacht, um den Umweltschutz zu finanzieren. Sie haben mit dem Gemfields, dem ethischen Bergbauunternehmen für Farbedelsteine, Jaguar Landrover und dem Gemmologischen Institut von Indien (GIA India) zusammengearbeitet, um mit zehn der besten Schmuckdesigner Indiens eine einzigartige Kollektion von massgeschneiderten sambischen Smaragden zu erschaffen.

Nach dem Erfolg von „Emeralds for Elephants“ (Smaragde für Elefanten) in London im Sommer 2010, ist das Ziel dieser Kollektion nun die Sensibilisierung und das Fundraising für die Umweltschutz-Initiativen der Wildlife Trust of India (WTI) - für den asiatischen Elefanten in Indien. Das Vorzeigemodell der Kollektion ist eine Skulptur von Ganesh mit einem 638-karätigen sambischen Smaragd von Gemfields, die vom renommierten Künstler Arzan Khambatta hergestellt wurde. Die Kollektion wurde im Juli eingeführt und wird mit einer grossen Auktion im Hotel Taj Mahal in Mumbai am 14. Oktober beendet.
Die World Land Trust hat auch einen kurzen Film über den Elefanten-Menschen-Konflikt produziert, den Sie sich hier anschauen können.

Letzte Meldung: Die Auktion war ein riesiger Erfolg. Die „Emeralds for Elephants“-Kollektion von Gemfields hat unglaubliche 750'000 Dollar eingeholt, wovon 150'000 Dollar dem Schutzprojekt der World Land Trust und der Wildlife Trust of India zufliessen.

Update November 2011:
WLT hält regelmässig Sitzungen mit verschiedenen Regierungsbeamten, die im Projekt involviert sind. Es konnten bereits gute Fortschritte im Umsiedlungs-Projekt festgestellt werden.

Die Wildlife Trust of India (WTI) hat den Verbindungsweg überwacht und eine starke Nutzung von wilden Tieren festgestellt, besonders von Tigern und Elefanten. Das ist symptomatisch für die Wichtigkeit des Weges, da andere natürliche Lebensräume erschöpft sind und wegen der steigenden Anzahl Touristenorte eingezäunt werden. So muss eine immer grössere Anzahl von Tieren diesen übriggebliebenen Korridor benutzen.

Zusätzlich brachte eine Untersuchung des Flussverlaufs des Kosi Rivers weitere Verluste für den Korridor ans Licht, da die Änderungen im Flussverlauf immer öfters zu Überschwemmungen und Erosionen führen.

Eine Liste von Familien, die in den Dörfern im Korridor wohnen, wurde erstellt - eine schwierige und zeitaufwändige Aufgabe, da die ursprüngliche Liste seit 1984 nicht mehr aktualisiert worden war. Da es zu viele Dorfbewohner hat, um alle zusammen umzusiedeln, wurden 25 Familien identifiziert, die am Rande des Dorfes wohnen und eines der wichtigsten Schutzgebiete beanspruchen. Die Umsiedlung dieser 25 Familien würde einen Kilometer Land am Ufer des Flusses für die Tiere freigeben. Da das Wasser des Flusses an diesem Punkt nicht sehr tief ist, können die Tiere hier den Fluss überqueren und haben somit Zugriff auf frische Gräser. Die Dorfbewohner sind bereit, so schnell wie möglich umzuziehen, da die Frequenz der Tiger-Attacken und der Überschwemmungen stetig zugenommen hat. Deshalb haben die Familien darum gebeten, statt einer finanziellen Abgeltung für ihre freiwillige Umsiedlung Land zu bekommen. Alternatives Land für die Familie konnte bereits identifiziert werden und ist von den Dorfbewohnern akzeptiert worden. Es hat für die Biodiversität nur einen begrenzten Wert, wird aber den Bedürfnissen der Dorfbewohner vollauf genügen. WLT und WTI arbeiten eng mit der Regierung zusammen, damit die Umsiedlung so schnell und so reibungslos wie möglich durchgeführt wird.

Update Januar 2016
Im Januar 2016 erhielten wir die verheerende Nachricht, dass das Projekt in große Schwierigkeiten geraten und eine Erfüllung nicht mehr realisierbar war. Es wurde nach mehr Land gefragt, als ursprünglich vereinbart, und eine Politisierung von Landerwerb in nicht vereinbarte Gebiete zwang den World Land Trust (WLT) alle Pläne für den Corbett Korridor zu stornieren.
 
Dieses war ein gewaltiger Schock für alle Beteiligten. Die WLT arbeitet jedoch mit ihren Partnern vor Ort, um alternative Korridore in Indien zu identifizieren, in denen das Risiko von Politisierung geringer ist. Die Arbeit, die hier durchgeführt wurde ist unschätzbar und hilft der Organisation die Prozesse und Risiken zu verstehen und sie ist weiterhin engagiert die Realisierung des Elefanten Korridors anderenorts voranzutreiben.



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Wenn Sie eine Person sind, die die freie Natur liebt und unsere Projekte unterstützen möchte klicken Sie bitte auf den nachstehenden Spenden Button.  Sämtliche Zuwendungen und Spenden,die wir dieses Jahr (2017) erhalten, fliessen im Rahmen unseres ‘2-Millionen-Bäume’ Projekts in  Wiederaufforstungsprojekte  in Nepal.
Wir sind der EOCA für ihre Unterstützung enorm dankbar, ohne deren Hilfe wir dieses ehrgeizige Projekt nicht hätten verwirklichen können.
Hugo Tagholm, Surfers Against Sewage