Vergessene Arten - der Nasenaffe

Erscheinungsdatum: 03/05/2011

Um das Überleben einiger „vergessener Arten“ dieser Welt zu sichern, ist eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit zwingend.
 
Photo: Bjorn Johansson/PFC
Photo: Bjorn Johansson/PFC

Der merkwürdig anmutende Nasenaffe (Nasalis larvatus) ist eine einheimische Affenart auf der südostasiatischen Insel Borneo. Er lebt in wassernahen Gebieten wie etwa in den küstennahen Auwäldern, oder in den Mangroven- und Uferwäldern Borneos. Die bis zu 30 Tiere zählenden Affengruppen können oft hoch in den Bäumen beim Verspeisen von Blättern, Samen und Früchten angetroffen werden. Die Bakterien in ihren grossen Mägen helfen ihnen bei der Verdauung von Zellstoffen und der Neutralisation von Giften bestimmter Blätter.

Sie sind hervorragende Schwimmer. Dies ermöglicht ihnen, andere Futterplätze aufzusuchen, Flüsse zu überqueren und sogar küstennahe Inseln zu besuchen. Schwimmende Nasenaffen wurden im offenen Ozean bereits bis zu einer Meile vom Land entfernt gesichtet.

 
Photo: Bjorn Johansson/PFC
Photo: Bjorn Johansson/PFC

Aber was hat es mit ihrer langen Nase auf sich? Diese kann übrigens fast bis zu 20cm lang werden. Ihre Funktion ist nicht hundertprozentig bekannt, aber es wird vermutet, dass die Nase als optisches Signal bei der Paarung verwendet wird. Die Nase der Männchen ist länger als diejenige der Weibchen. Die charakteristisch hervorvorstehende Nase könnte auch als Resonanzkammer zur Verstärkung ihrer Warnrufe dienen.

Der Nasenaffe wird auf der Roten Liste der IUCN als „gefährdet“ aufgeführt. Ihre Gesamtpopulation besteht womöglich nur aus wenigen tausend Individuen und ist momentan rückläufig. Sie werden vor Ort zum Verzehr durch den Menschen gejagt. Einige ihrer Körperteile werden ebenfalls in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Waldrodungen und die Konvertierung in Palmenölplantagen bedeuten für den Nasenaffen auch einen Verlust seines natürlichen Lebensraumes. Weitere menschliche Aktivitäten in Flussnähe, sowie der unkontrollierte Tourismus, die Verschmutzung, die Freizeitjäger, und Fisch- und Garnelenfarmen stellen weitere Bedrohungen für die Affen dar.

Im Gegensatz zu einem weiteren Primaten Borneos, dem Orang-Utan, welchem viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, geht der Nasenaffe und seine spezielle Situation oftmals vergessen. Sein künftiges Überleben könnte sehr wohl von einer gesteigerten Wahrnehmung und Aufmerksamkeit abhängen.

Lernen Sie mehr über das Konzept der „vergessenen Arten“ und was dagegen getan wird, und besuchen Sie die Webseite der Photographers for Conservation (Fotografen für den Naturschutz), welche unter anderem der EOCA zahlreiche wundervolle Fotos von Tieren in freier Natur aus ihrer Webseite zur Verfügung gestellt haben.

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Dr Matthias Hammer, Biosphere Expeditions