Wendet sich das Blatt in Sachen Nashorn-Wilderei?

Erscheinungsdatum: 08/08/2011

Dr Andrew Ventner, Geschäftsführer der Wildlands Conservation Stiftung, informiert über den neusten Stand der Bedrohung des Spitzmaulnashorns durch die Wilderei in Afrika.
 
The magnificent Black Rhino.  Photo David Gilroy
The magnificent Black Rhino. Photo David Gilroy

Vor drei Wochen durfte ich der Präsentation von Jabulani Ngubane beiwohnen - dem Bevollmächtigten für die Entwicklung und Koordination der provinziellen Eindämmung der Spitzmaulnashorn-Wilderei bei Ezemvelo KZN Wildlife (Ezemvelo). Während seines Referats veranschaulichte Herr Ngubane eindrücklich, dass der EKZNW fest entschlossen ist, die Spitzmaulnashorn-Wilderei zu unterbinden und auch bereits massgebliche Fortschritte im Kampf gegen die Wilderei erzielt hat. Ihre Bemühungen sind ebenfalls Teil einer nationalen Initiative, welche an Schwung zu gewinnen scheint. Mit Stand Ende Juni waren in Südafrika 193 Nashörner gewildert worden, 126 davon im Krüger Nationalpark, 27 in Limpopo, 16 in KwaZulu-Natal und 24 verteilt in den restlichen Provinzen (Quelle: www.stoprhinopoaching.com). Obwohl dies bereits eine erschreckende Zahl ist - alle 21 Stunden wird ein Nashorn erlegt - wird sie von der äussert hohen Zahl der gewilderten Nashörner im Krüger Nationalpark verzerrt. Lässt man den Krügerpark ausser Acht, so suggeriert die momentane Entwicklung, dass die Zahlen 2011 ganze 20% TIEFER sein könnten als 2010 (140 vs 187)! Die Zahlen des Krügerparks sind momentan bei 126 (gegenüber 146 im 2010). Das bedeutet momentan eine 75%-ige Zunahme der Vorfälle im Krügerpark. Allerdings könnte dies auch ganz einfach ein Resultat verschärfter Kontrollen sein, was auch darauf hinausläuft, dass mehr Leichen gefunden werden. Zudem ist die Anzahl der Verhaftungen im Zusammenhang mit Nashornwilderei markant gestiegen. Während 2010 total 165 Verhaftungen durchgeführt wurden, sind es dieses Jahr bereits 123!

Aber die Zahlen zeigen nur eine Seite der Geschichte. Der erneute Fokus auf die Nashornwilderei generierte erhebliche Neuinvestitionen während der Durchsetzung der Naturschutzgesetze, u.a. auch durch den Kauf neuer Fahrzeuge, zusätzliche Mitarbeiter, verbessertes Training und Auswertung, Finanzierung von Informantennetzwerken, erhöhte Wahrnehmung und mehr Verständnis bei Staatsanwälten und Magistraten und erhöhte SANDF-Präsenz entlang unserer Grenzen. Perverserweise war die plötzliche Zunahme der Nashornwilderei wohl eines der besten Dinge, welche dem südafrikanischen Naturschutz-Engagement passieren konnte, denn es hat die Aufmerksamkeit der Regierung wieder auf die Notwendigkeit des Schutzes unseres verletzlichen Naturerbes gelenkt.

 
Rhinos.  Photo David Gilroy
Rhinos. Photo David Gilroy

Es hat auch die Zivilbevölkerung erneut mobilisiert, indem Südafrikas gemeinnütziger Sektor seine Netzwerke aktiviert und Spenden für die Anti-Wilderei Bemühungen gesammelt hat. KZN durfte die Früchte einiger dieser Kampagnen ernten, unter anderem dank der signifikanten Bemühungen von WWF Südafrika, WESSA, Wildlands, Wildlife ACT, dem African Conservation Trust, der Game Rangers Association und der Thanda Stiftung. Das Projekt wurde von den Firmen Mondi und Waltons direkt unterstützt. Während alle diese Kampagnen das Nashorn-Massaker als Ankerpunkt ihrer Bemühungen nutzen, wird aber auch ihr gesamtes Geld wirklich dringend für den Schutz der Tiere benötigt. Die Gefahr der Vielzahl dieser Aufrufe liegt darin, dass die Verschiedenheit der Anliegen die potentielle Wirkung verwässern könnte, weil sich jede Organisation auf ihre eigenen Prioritäten konzentriert. Aus diesem Grund wurde im Juli mit der Gründung einer bahnbrechenden Partnerschaft all dieser Organisationen Geschichte geschrieben. Sämtliche Bemühungen dieser Organisationen werden zusammen mit Ezemvelo unter dem gemeinsamen Banner des „PROJECT RHINO“ koordiniert werden. Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass diese kollektive Anstrengungen einen massgeblichen Eindruck hinterlassen werden.

Aber leider habe ich nicht nur gute Nachrichten. Africa Geographic berichtete, dass dem im letzten Jahr für Wilderei und Handel mit Rhinozeroshörnern verhaftete Profijäger Dawie Groenewald zwölf neue Nashorn-Jagdlizenze erteilt wurden, und ihm ausserdem erlaubt wurde, in mindestens acht Fällen Nashörner „zu transportieren“. Und all dies, obwohl er momentan nur aufgrund einer Kaution von einer Million Rand nicht im Gefängnis sitzt! Das ist im äussersten Masse widersprüchlich und zeigt auf, dass der Kampf gegen die Korruption immer noch in vollem Gange ist.

Dr Andrew Venter, CEO Wildlands Conservation Trust

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