Going Green - 5 Schritte in die richtige Richtung

Geschrieben von Nick Brown, Gründer und Eigentümer von Nikwax und Páramo Clothing.

Wie viele von uns können uns an den Moment erinnern, als wir auf dem Gipfel des ersten richtig hohen Bergs standen, den wir erklommen haben. Wie wir dort oben verzückt waren ob der Vielzahl an Grüntönen im Tal, dem Blau des Himmels, und tief im Inneren eine grosse Leidenschaft verspürten. Zweifellos wird jeder eine starke spirituelle Verbindung verspüren, unabhängig vom persönlichen Glauben, wenn er von der Schönheit und Kraft der Landschaft überwältigt wird - fernab von Lärm und Krach durch Mensch und Maschine. Es geht hierbei um die Liebe.

Der erste höhere Berg, den ich mit ungefähr 12 Jahren bestieg, war Snowdon, der höchste Berg in Wales, Grossbritannien. Später hatte ich das Privileg, in die Anden reisen zu dürfen, um zu einem Punkt in der Nähe des Machu Picchu zu wandern. Von dort aus konnte ich 3000 Meter tief in ein Flussbett und dichte Tropenwälder blicken, gleichzeitig aber auch 2500 Meter höhere, schneebedeckte Gipfel sehen - alles mit dem Wissen, dass ich ganze vier Tage brauchte, um an diesen Ort zu gelangen. Dieses Gefühl ist unvergleichlich!

Und dabei weiss man, dass das Schwitzen beim Bergsteigen und die Tatsache, dass einem dabei fast die Lunge platzt, ein wichtiger Bestandteil dieser Erfahrung ist. Es war es allemal wert! Und je mehr man die Natur betrachtet, desto mehr kann man diese aussergewöhnliche Schönheit auch in einem Objekt finden, das man in der eigenen Hand hält. So ist es nicht verwunderlich, dass wir es unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln ermöglichen wollen, dieselben Wunder zu erleben und erspüren. Und darin liegt der eigentliche Grundgedanke des Themas „Nachhaltigkeit“: Wir wollen diese schöne Welt für die nachfolgenden Generationen erhalten.
 
Awe-inspiring landscapes
Awe-inspiring landscapes

Wie grün ist meine Jacke?
Aber halten wir in diesem Moment unserer Wanderung inne, um darüber nachzudenken, wie viel Benzin wir verbraucht haben, um an den Start unserer Wanderung zu gelangen? Oder wie viel Energie und Materialien für die Bekleidung verwendet werden, die uns vor Wind und Wetter schützt? Oder denken wir über die Erosion auf dem Wanderweg nach, auf dem wir gehen? Denn diese könnte eben diese Berge zerstören, die wir so lieben.

Wanderer sorgen sich gleichermassen um die globale Erwärmung und eine umweltfreundliche Produktion, wie auch um die eigentlichen Wanderpfade und den Landschaftsschutz. Wir wollen alle grün sein, doch müssen wir die Balance finden zwischen einem Umwelt-Taliban oder Öko-Puritaner und verantwortungslosem Outdoor-Hedonismus. Keinesfalls dürfen wir die wunderschöne Musik einer Wanderung in wilder Natur verbieten, doch sollten Fahrten mit dem Jeep durch Vogelschutzgebiete verboten werden (ein wunder Punkt für mich, da ich kürzlich während einer Wanderung auf Sardinien sah, welch irreparabler Schaden dadurch verursacht wird).

Hier ein kurzer Leitfaden um grüner zu leben... Wir sollten alle irgendwann damit beginnen, nachhaltiger zu denken.

 
The power of nature
The power of nature

Fünf Schritte:

  • Informieren Sie sich. Schon allein das Bewusstsein selbst bringt mehr Motivation mit sich, für die Umwelt mehr zu tun. So fühlte ich mich motiviert und inspiriert, nachdem ich an einer fantastischen internationalen Konferenz in Grossbritannien im Jahre 2005 zu den Veränderungen in unseren Bergen teilnahm. Diese führte deutlich vor Augen, wie wichtig es ist, gut informierten Wissenschaftlern zuzuhören (wie z.B. das Mountain Research Institute). Ebenfalls ist es wichtig, sich auf entsprechenden Webseiten über aktuelle Umweltveränderungen und ihre Auswirkungen regelmässig einen Überblick zu verschaffen. Ein Beispiel ist die BBC News Website, wie auch das Met Office sowie New Scientist.
  • Klein anfangen und besser werden. Beständige, kleine Verbesserungen sind im sprichwörtlichen Sinne besser als nichts tun. Fangen Sie klein an. Besorgen Sie sich ein paar zusätzliche Abfalleimer für Ihre Küche, die nicht viel kosten aber Recycling viel einfacher machen. Beginnen Sie mit den einfachen, messbaren Dingen, wie zum Beispiel mit einem Auto, das wenig Benzin verbraucht. Wir bei Nikwax haben unseren Energieverbrauch heruntergeschraubt, indem wir Solaranlagen installiert haben und für einen Teil unserer Produktion Regenwasser verwenden.
  • Unterstützen Sie Unternehmen, die den Umweltschutz ernst nehmen. Ein Händler sagte zu uns: „In unserem Laden soll man sehen, dass wir grün denken – also sollten Sie Ihre Produktetiketten grüner machen.“ Ich wäre beinahe explodiert! Schauen Sie tiefer als lediglich auf das Öko-Label - es braucht empirische, messbare, nachvollziehbare Aktionen. Stellen Sie Fragen wie: „Hat das Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht? Ist es zertifiziert? Wird angegeben, wie die Umweltauswirkung des Unternehmens gemessen wird?“ Sollte nur eine dieser Antworten ein Nein sein, dann können Sie gleich die gesamten Behauptungen dieses Unternehmens zum Thema Umweltschutz ignorieren.
  • Unterstützen Sie diejenigen, welche die Wichtigkeit von Umweltschutz kommunizieren. Machen Sie mit und sagen Sie es weiter: Nachhaltigkeit bedeutet nicht, dass man Schmerzen erleiden muss oder sich selbst geisseln muss. Vielmehr geht es darum, intelligent zu leben und sich um die globale Familie zu kümmern. Eine gute Idee wäre auch, sich eine Umweltorganisation auszusuchen und mit ihr zusammenzuarbeiten. Nikwax und Páramo unterstützen den World Land Trust, über welchen sämtliche CO2-Emissionen ausgeglichen werden. Ich selbst bin Mitglied im Vorstand der EOCA, der European Outdoor Conservation Association, die zur Unterstützung von Naturschutzprojekten Geldspenden von Outdoor-Unternehmen sammelt.
  • Trauern Sie nicht der Vergangenheit nach und lassen Sie sich nicht entmutigen. Seien Sie sich bewusst, dass wir die Umwelt schon verändert haben. Doch bedeutet nachhaltiges Denken auch ein Sich-Anpassen an und ein Schützen dieser sich verändernden Welt. Grosse Veränderungen sind unbedingt nötig, doch kann man auch mit einem nachhaltigeren eigenen Lebensstil helfen, dass die Zukunft für unsere globale Familie nicht ganz so düster aussieht.
  • Schlussendlich ist keiner von uns absolut perfekt. Doch wenn wir uns eine kontinuierliche Verbesserung zum Ziel setzen und ausschliesslich Kompromisse mit positiven Auswirkungen eingehen, dann besteht die Chance, dass die nachfolgenden Generationen eine bessere Zukunft haben werden.

 
Wenn Sie eine Person sind, die die freie Natur liebt und unsere Projekte unterstützen möchte klicken Sie bitte auf den nachstehenden Spenden Button.  Sämtliche Zuwendungen und Spenden,die wir dieses Jahr (2017) erhalten, fliessen im Rahmen unseres ‘2-Millionen-Bäume’ Projekts in  Wiederaufforstungsprojekte  in Nepal.
"Es war ein großartiges Erlebnis die Finanzierung zu bekommen, mit der Unterstützung von Leuten durch einen spannenden Wahlkampf. Mit der Finanzierung war es uns möglich den Schutz weiterer 10.000 Hektar Wildnis im Küre Mountains Nationalpark in der Türkei zu gewährleisten und gefährdeten Arten, wie Wölfen und Bären einen Rückzugsort zu bieten. Wir haben dazu beigetragen, die letzten verbleibenden unvergleichbaren, unberührten natürlichen Gebiete in Europa zu bewahren, damit zukünftige Generationen diese ebenfalls genießen können."
Zoltán Kun, Executive Director, PAN Parks Foundation