Gepäck – Lasten Schlepper und Rucksäcke

Bekleidung und Camping Kits werden immer kleiner und leichter und teurer und man könnte argumentieren, dass riesengroße Gepäcksäcke nicht mehr nötig sind. Es gibt jedoch noch jede Menge Leute die nach Gepäckstücken mit hoher Kapazität für mehrere Tage suchen.

Hier sind einige Empfehlungen, die Ihnen dabei behilflich sein sollen, die richtige Wahl zu treffen, ob Sie nach einem ‚Lasten Schlepper‘ für Ihre komplette Kletterausrüstung suchen oder einfach nur nach einem Rucksack für einen Tagesausflug in die Berge.


 
Habe Gepäck, will reisen
Habe Gepäck, will reisen

Grundregeln:
Kauf:  Ein Teil des Rucksack Kaufs, der manchmal übersehen wird, ist der eigentliche Kaufprozess. Es ist jedoch äußerst wichtig, dass man sich Zeit nimmt, um die richtige, komfortable Passform zu finden – denken Sie daran, dass jeder anders ist und was für einen gut ist, ist nicht unbedingt das Richtige für Sie.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, gehen Sie einkaufen wenn die Geschäfte nicht so voll sind und das Verkaufspersonal Zeit für Sie hat. Bitten Sie das Personal etwas gewichtiges in den Rucksack zu tun – einige gute Geschäfte haben speziell einen Sack dafür, Kletterseile eignen sich auch gut hierfür – und bitten Sie sie Ihnen dabei zu helfen den Rucksack genau auf Ihre Passform einzustellen.

Spazieren Sie etwas herum, um herauszufinden, wie es sich bei Gebrauch anfühlt. Ist die Ladung stabil, wenn Sie sich drehen oder schnell bewegen? Wird das Gewicht effektiv auf Ihre Hüften verlagert oder fühlt es sich zu hoch und unausgeglichen an? Sind die Gurte und der Taillengurt bequem, oder schneiden Sie ein und tun weh?

Denken Sie daran, dass der Schaumstoff in den Polsterungen sich bei Gebrauch leicht anpassen wird, wenn der Sitz jedoch von Beginn an nicht optimal ist sollte man nach etwas anderem suchen. Es ist wert, das Richtige zu finden, ein unbequemer Rucksack wird Ihnen den Ausflug verderben.

Rückensysteme:  Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob es eine riesengroße Auswahl an verschiedenen Rückensystemem gibt, die meisten funktionieren jedoch ungefähr auf die gleiche Art und Weise. Ein interner Rahmen, oft zwei Metallstreben, die das Gewicht in den Hüftgurt verlagern, während eine Art von Schaumstoff den Rücken polstert und angeblich Belüftung und Feuchtigkeitstransport bietet. Wirklich einfach…

Verstellbare Rückensysteme erlauben dem Hersteller eine Packgröße herzustellen, die an mehrere Rückenlängen angepasst werden kann. Das ist toll, wenn man seinen Rucksack mit Freunden teilen will, die verschiedene Proportionen haben, für die meisten bedeutet es jedoch den Rucksack nur einmal einzustellen, damit er dem eigenen Rücken angepasst ist und ihn dann so zu lassen. Aus diesem Grunde spielt die Verstellbarkeit wirklich keine Rolle. Wichtiger ist die Sicherheit und Robustheit nach der Anpassung.

Fixierte Rückensysteme bedeuten, dass der Hersteller verschiedene Rückenlängen herstellt und man die richtige Länge für optimal Leistung wählen muss. Sie sind einfacher, potentiell leichter und können robuster sein.

Das ganze Drum und Dran nützt einem nichts, wenn der Rucksack nicht richtig sitzt, man sollte daher nicht von raffinierten Systemen und verrückter Technologie eingeschüchtert sein...

Hüftgürtel und Schulterträger: Der Hüftgürtel ist einer der wichtigsten am Rucksack. Wenn er richtig funktioniert soll er dabei helfen, das Gewicht auf die Hüften zu verlagern, um den Rucksack stabil und komfortabel zu halten.

Gute Gürtel haben eine etwas härtere Umhüllung für Stütze mit einem weicheren Kern, der sich den Hüften für Bequemlichkeit und Stütze anpasst. Außerdem haben Sie Aushöhlungen für die Hüftknochen für optimale Passform.

Die besseren Rucksäcke leiten außerdem die Stützen des Rückensystems direkt in den Hüftgürtel für die beste direkte Gewichtsverlagerung, achten Sie daher besonders darauf, wie der Hüftgürtel mit dem Rest des Rucksacks verbunden ist. Wenn er einfach nur so daran baumelt, bekommen Sie eventuell keine effektive Gewichtsverlagerung und können unter schlechter Stabilität leiden.

Schulterträger scheinen am besten zu funktionieren, wenn sie ergonomisch geformt sind – denken Sie an eine S-Form – und dichten bis mitteldichten Schaumstoff in mittleren bis dünnen Trägern haben. Sie denken bestimmt weiche, breite Träger sind am besten, aber in der Realität bieten sie nicht genügend Halt.

Achten Sie auf hohe Verstellgurte an den Schulterträgern, die einem erlauben den oberen Teil des Rucksacks für besseren Halt an sich heranzuziehen.

Spezielle Frauenrucksäcke:  Als Frau sollten Sie sich die Zeit nehmen, ein spezielles Frauendesign zu wählen. Frauen haben normalweise schmalere Schultern, einen kürzeren Rücken und ausgeprägtere Hüften als Herren. Ein durchdachter Frauenrucksack wird diese Aspekte berücksichtigen, und letztendlich besser zu Ihnen passen.

Falls ein Herrenrucksack Ihnen besser sitzt, ist das auch in Ordnung, schliesslich haben wir alle einen unterschiedlichen Körperbau. Erfahrungsgemäss empfinden die meisten Frauen aber speziell entworfene Frauenrucksäcke als bequemer und besser sitzend. Und falls Sie ein kleines Kerlchen sind, passt Ihnen vielleicht der Frauenrucksack auch besser, also rümpfen Sie nicht die Nase...

Rucksäcke und Taschen:  Wie Sie bald bemerken werden, verfügen die meisten grossen Rucksäcke über ein grosses Hauptabteil und möglicherweise eine kleinere „Schlafsack-“ Kammer mit einer entfernbaren Unterteilung dazwischen. Übrigens muss dieser Bereich nicht unbedingt für den Schlafsack verwendet werden. Es ist unter Umständen sinnvoller, hier ein kompaktes und schweres Objekt, beispielsweise ein Zelt, zu verstauen. So halten Sie das Gewicht am Rücken tief und erhöhen damit Ihre Stabilität.

Natürlich kommt es immer auf Ihre persönlichen Vorlieben an, aber generell kann gesagt werden, dass Sie Ihre Ladung mit Unterteilungen besser verteilen können, als wenn Sie einfach alles in ein riesiges Abteil stopfen müssen. Weite Deckeltaschen oben auf dem Rucksack erleichtern den Zugriff auf Snacks und oft verwendete Utensilien wie Hüte, Handschuhe, und so weiter.

Seitentaschen (diese sind im leeren Zustand oft flach wegfaltbar) sind genauso nützlich, aber denken Sie daran, dass breite Rucksäcke in den Bergen ein Hindernis darstellen und am Fels schürfen können. Bei allen anderen Rucksackaktivitäten sind sie aber äusserst praktisch.

Viele Rucksäcke verfügen heute über eingebaute Trinksysteme: Diese sind zu Beginn des Tages zwar schön und gut, aber das Auffüllen bedeutet unter Umständen auch ein nervendes Neupacken des Rucksackes. Besser ist es, den Trinkbehälter zuoberst im Rucksack zu platzieren; oder eventuell auch Wasserflaschen in Seitentaschen zu verstauen.

Fertigung: Seien wir ehrlich, Die meisten von uns vertrauen darauf, dass die grossen Marken es grundsätzlich schon richtig machen und bei der Fertigung von Rucksäcken auf bewährte Methoden und angemessene Textilien setzen. Achten Sie aber bei den Nähten des Rucksackhauptteils auf dreifache Nähte, welche zusätzlich mit einem vor Abschürfung schützenden Band überklebt sind.

Auch die Beschaffenheit des Materials kann Ihnen einige Hinweise geben: Falls sich das Material weich und leicht anfühlt, wird es wohl weniger lange anhalten als ein grober Fabrikationsstoff. Achten Sie ausserdem auch auf einen verstärkten Rucksackboden – entweder eine doppelte Fabrikationsschicht, oder ein Boden aus stärkerem Material, welches mehr aushalten wird. Dies ist äussert wichtig, da der Bodenbereich über die Jahre am meisten aushalten muss.

Bei der Rückenpartie mögen weiche, feuchtigkeitsabweisende Maschenstoffe bequem sitzen. Denken Sie aber daran, dass dieses Material rasch abnützt, vor allem wenn Sie zusätzlich Schaumpolster verwenden. Falls Langlebigkeit ein Thema ist, achten Sie hier unbedingt auf Verstärkungen. Dasselbe gilt auch für die Trägerriemen.

Abdichtung:  Die meisten Rucksäcke werden zwar aus wasserfesten Materialien hergestellt, lassen aber an den Nähten Wasser durchsickern. Einige Marken verwenden Schweiss- und Klebetechniken zur Herstellung von wasserdichten Rücksäcken, was sich natürlich auch im Preis niederschlägt. Die meisten Leute verwenden entweder eine Rucksack-Regenschutzhülle oder (eine) wasserdichte Zwischenlage(n), um ihre Ausrüstung bei nassem Wetter zu schützen.

Gewicht sparen als oberstes Ziel: Falls Sie wirklich, wirklich, wirklich Gewicht sparen wollen, dann können Sie sich auch für einen minimalistischen Rucksack entscheiden. Reisen mit ultraleichten Rucksäcken sind ein Kapitel für sich, aber der Schlüssel zum Verständnis - vor allem wenn Ihr Rucksack über kein Rückenstützsystem verfügt - liegt in der Erkenntnis, dass es keine halben Sachen gibt.

Falls Sie sich für einen Rucksack ohne Rückenstützung entscheiden, dann benötigen Sie auch den leichtesten Schlafsack, das leichteste Zelt und die leichteste Kleidung, sowie die richtige Packtechnik, so dass Sie Ihren Rücken nicht unnötig belasten. Sie sollten auch daran denken, dass ein Leichtgewichtrucksack zwar toll, aber auch entsprechend anspruchsvoll ist.

Behalten Sie ausserdem im Hinterkopf, dass moderne Leichtgewebe und –materialen zwar stärker sind als früher, aber eben immer noch weniger aushalten als schwerere Normalstoffe.

Wir wollen Sie nicht vom Gewichtsparen abhalten, aber denken Sie daran, dass ausgereifte Rückenstützsysteme gewichtsmässig nicht unbedingt immer die leichteste Option verkörpern, auch wenn sie die bequemste Tragart für schwere Ladungen bieten.

Dies und Das - Zusatzausrüstung: Falls Sie Wanderstöcke oder Eiskletterausrüstung mittragen, vergewissern Sie sich, dass Ihr Rucksack über die richtigen Befestigungsmöglichkeiten dafür verfügt. Dasselbe gilt für Ski, welche verstärkte Seitentaschen und –riemen benötigen. Falls Sie Klettern gehen, überlegen Sie sich, einen technischen Rucksack mit Ausrüstungsschlingen am Hüftgurt zu tragen.

 
Pick a pack
Pick a pack

Rucksackarten:

Tagesrucksäcke:
Früher waren 30 Liter-Rucksäcke im Sommer, und 40 Liter-Rucksäcke im Winter weit verbreitet. Heutzutage, mit immer leichterer und kompakterer Ausrüstung auf dem Markt, finden alle benötigten Utensilien für eine Sommerwanderung oder eine Klettertour auch locker in einem 20 oder 25 Liter-Rucksack (oder einem 25 - 30 Liter-Rucksack für Wintertouren) Platz. Der genaue Platzbedarf hängt aber jeweils von der persönlichen Ausrüstung und der geplanten Aktivität ab.

Die meisten „Tagesrucksäcke“ sind auch genau auf einen Tag in den Hügeln ausgelegt. Demzufolge werden Sie auch viel weniger mit Gewichtsverteilungshilfen oder komplizierten Rückenstützsystemen ausgestattet sein. Das meiste Gewicht wird an Ihren Schultern hängen, wobei Rucksäcke über 20 Liter meist einen Hüftgurt integriert haben werden. Das erlaubt Ihnen, etwas Gewicht von den Schultern auf die Hüften zu verlagern, und hilft gleichzeitig bei der Stabilisierung des Rucksacks.

Die wichtigsten Kriterien für Tagesrucksäcke sind Tragkomfort und Stabilität bei voller Beladung, sowie die Frage, ob der Rucksack über alle gewünschten Extras wie Aussentaschen, kompatibles Trinksystem, gepolsterte Rückenpartien und Tragriemen, sowie Befestigungsriemen für Wanderstöcke, Eisäxte, etc. in der gewünschten Anzahl und Grösse verfügt.

Gebirgs- und Kletterrucksäcke: Diese müssen den Transport der gesamten Extraausrüstung für Ihre Tour sicherstellen, und sind demzufolge meist in der Grösse von 35-55 Liter erhältlich. Normalerweise verfügen sie über ein internes Stützsystem sowie breitere Hüftgürtel und Tragriemen, um das Gewicht angenehmer zum Tragen zu machen. Einige Gebirgsrucksäcke verfügen über demontierbare Hüftgurte, oder solche mit aufgenähten Ausrüstungsschlingen. Tendenziell sind diese Rucksäcke schmaler und höher, und verfügen über ein Hauptabteil, eine Decktasche und, wegen der potentiellen Behinderung, über keine oder höchstens minimale Seitentaschen. Oftmals haben sie auch über Seitenriemen, welche zum Komprimieren des Rucksackvolumens während der Tour dienen.

Tramping- und Wanderrucksäcke: Diese viel grösseren Rucksäcke fassen in der Regel ein Volumen von 55-80 Liter und sind speziell für das Tragen von schweren Ladungen über mehrere Tage konzipiert. Das interne Gerüst verleiht dem Rucksack eine Steifheit und Struktur, und trägt in Kombination mit einem stabilen Rückenstützsystem (oftmals individuell einstellbar) zu einer optimalen Gewichtsverteilung zwischen Schultern, Rücken und Hüften bei. Normalerweise verfügen diese Rucksäcke über ein unteres Abteil, welches zur Organisation und Verteilung der Traglast genutzt werden kann. Die Seitentaschen sind in der Regel gross genug, um die meisten tagsüber benötigten Dinge wie Trinkflaschen, Snacks, Hut/Handschuhe, usw. zu verstauen. So sparen Sie sich mühsames Herumwühlen im Rucksackhauptfach.

Reiserucksäcke: Reiserucksäcke sind in den letzten zehn Jahren rasant aufgekommen. Es gibt sie in allen Grössen, meistens haben sie aber ein Volumen von 50 Liter. Der Hauptvorteil liegt darin, dass die Gepäckabteile mittels Reisverschluss (wie bei einem Koffer) vollständig geöffnet werden können, was natürlich das Packen und Auspacken Ihrer Ausrüstung wesentlich erleichtert. Diese Art Rucksack verfügt über ein verstaubares Rückentragsystem sowie wahrscheinlich zwecks grösserer Sicherheit an Flughäfen und dergleichen höchstwahrscheinlich über eine Art Schlosssystem für die Reissverschlüsse. Möglicherweise ist der Rucksack auch mit Rollen und einem ausfahrbarem Handgriff versehen. Einige der grösseren Versionen beinhalten auch einen kleinen Tagesrucksack, der mittels Reissverschluss vom Hauptrucksack getrennt und wieder angebracht werden kann. Dieser kleine Rucksack kann für Tagestrips und als Handgepäck verwendet werden, und verleiht Ihnen so optimale Flexibilität.

 
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Ich bin hocherfreut darüber, dass unser Projekt gewählt wurde. Ich bedanke mich herzlich dafür und setze mich für das Vorangehen des Projektes ein. Auch wenn es in Madagaskar während den letzten Wochen zu politische Unruhen kam, möchte ich die Expedition diesen Herbst stattfinden sehen.
Evrard Wendenbaum, Naturevolution