Technische Bekleidung – Isolation und Soft Shell

Wir werfen einen schnellen Blick auf einige der auf dem Markt erhältlichen technischen Bekleidungen - isolierende Kleidung, Soft Shell und Windproof.
 
Thick fluffy fleece!
Thick fluffy fleece!

ISOLIERENDE KLEIDUNG

Leichte Isolation war früher unkompliziert; man kaufte einen Fleece, welches es in drei unterschiedlichen Gewichten gab - 100, 200 oder 300; je höher die Zahl, desto wärmer - und sperriger - war es. Wenn es sehr kalt und trocken war, wählte man Daunen.?

Dies hat sich inzwischen aber verändert. Fleece hat nicht nur von der komplexeren Materie Faserpelz Konkurrenz gekriegt, sondern auch von leichten, schalenartigen, synthetischen Bekleidungen und noch leichteren Unterschichtenkleidung.?

Alle haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Hier ein Schnelldurchlauf, um Ihnen bei der grossen Auswahl zu helfen.

Die Grundlagen
Isolation funktioniert immer auf die gleiche Art und Weise - es fängt durch den Körper gewärmte Luft ab, um den Wärmeverlust zu minimieren. Wenn es nicht windig ist, bleibt diese warme Luft ohnehin da. Aber schon bei einer Brise weht der Wind die warme Luft weg und Ihr Körper muss eine neue Luftschicht wärmen. So verliert Ihr Körper Wärme. Je mehr Luft Sie also abfangen können, desto wärmer wird Ihre Kleidung im Vergleich zu seinem eigentlichen Gewicht. Windschutz spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.??Vereinfacht geht es darum, möglichst viel Luft mit möglichst geringem Gewicht einzufangen. Natürlich ist die ganze Sache etwas komplexer - Windresistenz wird Ihre Kleidung im Alltag zwar wärmer machen, bei aktivem Gebrauch hingegen ist atmungsaktivere Kleidung geeigneter. Ebenso geeignet sind technische Besonderheiten wie Kapuzen und besondere Kleidungsschnitte.

Fleece
Fleece ist ein ganz ordentlicher Isolator. Er trocknet schnell und ist schweisstransportierend, was bedeutet, dass er unter einem wind- oder wasserfesten Kleidungsstück ziemlich gut funktioniert.

Standard-Fleece hat aber eine beschränkte Windresistenz, weshalb es gerade bei windigen Bedingungen schnell warme Luft verliert. Daher ist bei jedem (ausser komplett windstillen) Wetter eine zusätzliche Schicht ratsam. Wenn Sie aber ständig warm haben, kann bei gemässigtem Klima alles wärmere als ein Microfleece zu warm sein.

Fleece ist auch etwas voluminös für die Menge Luft, die es abfängt. Dieses Problem tritt bei neueren, etwas pelzigeren Fleece, die dank pile-type Fasern oder Gittermustern ihr Wärme-Gewicht Verhältnis verbessert und ihre Masse verkleinert haben, weniger auf. Einige bieten auch kompletten Schutz vor Wind.

Fleece ist sehr robust und äusserst anschmiegsam. Letztendlich ist der Wohlfühlfaktor des Fleece konkurrenzlos.

Shelled Microfleece
Shelled Microfleece nutzt eine extrem leichte Innenisolierung aus Mikrovelours anstatt der 100mal schwereren, üblichen Fasern. Es funktioniert ähnlich wie das normale Fleece, sorgt aber mit seiner schweisstransportierenden und hautfreundlichen Beschaffenheit für zusätzlichen Tragekomfort.

Sie sind, mit einer zusätzlichen thermalen Verstärkung der Basisschicht, die ideale Sportbekleidung bei Wind und Wetter. Letztendlich ist die Atmungsaktivität von der windfesten Hülle abhängig. Sehr dicht gewobene Textilien sind jedoch überhaupt nicht atmungsaktiv. Achten Sie deshalb lieber auf Windresistenz als kompletten Windschutz. Denn solche Kleidungsstücke sind atmungsaktiver und schweisstransportierend. Die Wahl liegt ganz bei Ihnen! Wenn Sie schnell ins Schwitzen geraten, wählen Sie lieber Windresistenz, wenn Ihnen hingegen rasch kalt wird, ist kompletter Windschutz die besser Wahl für Sie.

Kleidungsstücke dieses Typus haben meist nur eine weiche Hülle (sogenannte Soft Shells) - toll während der Aktivität selbst, aber nicht warm genug für längere Stopps, wenn Sie zusätzliche Wärme gebrauchen. Denn die komplett windfeste Version, zusammen mit einer wasserfesten Hülle, fühlt sich oftmals etwas kaltfeucht an.

Synthetisch gefüllte Leichtgewichte
Wir reden hier nicht von richtigen Sicherheitsjacken – diese haben für gewöhnlich eine zu starke Isolierung, um für mehr als zum Herumsitzen praktisch zu sein – sondern mehr über leichte Pullover und Jacken mit einer Füllung aus synthetischen Fasern, wie Primaloft.

Die Shells, die benutzt werden, wie Pertex und andere, bieten für gewöhnlich kompletten Windschutz, mit einer Art Wasserresistenz, um Regenfälle abzuschütteln. Die Isolierung kommt mit der Feuchtigkeit ganz gut zurecht, was ihnen eine Robustheit verleiht, die Daunen fehlt.

Die Kombination von Shell und synthetischer Isolierung hat bei aktivem Gebrauch einen Nachteil, obwohl sie völligen Windschutz bietet hat sie jedoch keine besonders gute Atmungsaktivität oder Feuchtigkeitstransport. Wenn man dann noch eine wasserabweisende Shell dazu gibt, wird es noch schlimmer – welches bedeutet, dass diese Art von Kleidung am besten für geringe Aktivitäten oder für Pausen und Übernachtungen ist.

Letztendlich fehlt der Synthetik der Wohlfühl-Effekt von Daunen – wer würde sich schon gerne in die Shell einer Windschutzjacke kuscheln...

Ultra-Leichte Daunen
Daunen bieten das ultimative Wärme/Gewicht Verhältnis komplett mit einer Windschutzhülle. Somit sollte es die ultimative Antwort sein, richtig? Leider ist es nicht so einfach. Bei aktivem Gebrauch haben die meisten Daunen Bekleidungen die gleichen Probleme wie synthetisch gefüllte Bekleidung bezüglich Atmungsaktivität und Feuchtigkeitstransport – Dunst versucht durch zwei Windschutzlagen und einer Lage aufgewärmter Luft zu dringen...

Daunen erzielen eine gute Bewertung im Wärme/Gewicht Verhältnis, aber sie können nicht so gut mit Nässe umgehen. Die Oberflächenspannung von Wasser überwältigt die Bauschfähigkeit der Daunen, und die winzigen Ranken werden überschwemmt. Das Ergebnis ist eine flache, nicht isolierende verklebte Masse. Unter feuchten Konditionen ist es ziemlich wichtig, aber in kalten, trockenen, hohen Gebirgsgebieten ist es weniger ein Thema. Es bedeutet außerdem, dass Daunen Kleidung in einem wasserfesten Pack oder StuffBag transportiert werden sollten.

Die meisten Daunen werden in warmen Sicherheitsjacken verwendet. Es gibt jedoch ein paar leichte Ausnahmen, die eher die Wärme von Fleece haben

Technische Eigenschaften
Einige der höchst minimalen Isolationsstücke sparen an Gewicht und Komplexität indem sie Dinge einfach halten – ein kurzer Reißverschluss oder einfache Bündchen aus Elastan u.s.w. Nachstehend etwas mehr über die Vor- und Nachteile von Extras...
Taschen sind eine ganz persönliche Wahl, aber Handwärmer-Taschen sind besonders schön. Wenn Sie sie jedoch unterwegs benutzen möchten stellen Sie sicher, dass sie sich nicht im Weg von Packgürteln befinden. Kleine Reißverschluss Taschen sind ebenfalls sehr nützlich, für Kleingeld oder Handys. Wenn schon mal von Reißverschlüssen die Rede ist, profitieren Windschutz Versionen von einem Schutzstreifen oder sogar einem Windschutz hinter den Hauptreißverschlüssen.

Bei aktivem Gebrauch schützt ein Drop Tail den Rücken vor Kälte und aufgeworfenen Schmutz bis zu einem bestimmten Punkt. Ein zusätzliches Extra, was man entweder hasst oder liebt, ist eine Kapuze. Auf der einen Seite bieten Kapuzen einen schnellen Schutz für den Kopf, ohne großartigen Aufwand, auf der anderen Seite sind sie im Weg, wenn man einfach nur schnell eine Shell überwerfen möchte und selbstverständlich, wenn man nicht zusätzlich eine Mütze hat, muss man Körper und Kopf isolieren, was man gegebenenfalls nicht tun möchte.

Zusammenfassung
Wie Sie bestimmt davon abgeleitet haben, ist die Wahl von Ihren Prioritäten abhängig.

Fleece ist ein guter Alleskönner benötigt jedoch zusätzlichen Windschutz. Es fühlt sich gut an, trocknet schnell und kann sehr vielseitig sein, wenn man es mit einer Windschutz- oder wasserabweisenden Shell verbindet.

Shelled microfleece ergibt eine großartige Bekleidung für den aktiven Gebrauch, in dem Wind- und Wasserabweisung mit gerade genug zusätzlicher Isolation verbunden sind. Feuchtigkeit wird schnell abtransportiert und es trocknet schnell. Für verlängerte Pausen ist es nicht warm genug aber ausreichend, falls man eine zusätzliche Wärmeschicht wünscht.

Synthetisch gefüllte Leichtgewichte als Kontrast bieten Wind- und Wasserschutz und gute Wärme, haben jedoch die Tendenz bei aktiver Nutzung etwas stickig und verschwitzt zu sein. Der beste Gebrauch ist für Pausen und Abendbekleidung auf Campingplätzen. Außerdem sind sie nicht so angenehm wie Fleece.

Ultra-leichtgewichtige Daunen sind angenehm, leicht und kompakt, jedoch wiederum, besser für Pausen. Ihre Archillis Ferse ist die Abneigung zu Feuchtigkeit; sie eignen sich besser für kalte und trockene Bedingungen und benötigen vorsichtiges transportieren, um die Bauschigkeit zu behalten.

 
Different types of insulation
Different types of insulation

SOFT SHELL

Es gibt eine gewaltige Anzahl an Bekleidung, die als ‘Soft Shell’ bezeichnet wird, mit einem massiven Unterschied zwischen Qualität und Eigenschaften. Sie reichen von hoch atmungsaktiv und einigermaßen windschützend bis hin zu der etwas lächerlichen Idee von vollständig wasserfestem, taped Soft Shell...

Was ist Soft Shell: Es gibt hier keine ‘richtige Antwort’. Wenn man logisch sein will, könnte man sagen dass es ein Material ist, welches man für eine längere Zeit tragen kann im Vergleich zu einem voll wasserfesten Shell. Statt voll wasserfest zu sein, sollte es wind- und wasserabweisend sein, mit dem Kompromiss bessere Atmungsaktivität zu besitzen.

Warum Sie es brauchen: Weil wasserfeste Shells für die meisten Nutzer einfach nicht atmungsaktiv sind. Der Sinn ist, etwas von der Wasserfestigkeit gegen bessere Atmungsaktivität auszutauschen.

Soft Shell kann als ein Kontinuum angesehen werden – auf der einen Seite hat man Material, das sehr atmungsaktiv ist, jedoch nur einigermaßen wind- und wasserabweisend ist, dennoch hält es leichte Schauer und die meisten Schneefälle aus.

Auf der anderen Seite der Skala sind die völlig windschützenden und sehr wasserabweisenden, sogar wasserfesten Materialien. Sie bieten fast soviel Schutz wie wasserfeste Jacken, der Nachteil ist jedoch die sehr reduzierte Atmungsaktivität.

Welcher Stoff ist für Sie: Leute sind sehr unterschiedlich. Wenn Sie versuchen zu entscheiden, welcher Stoff für Sie der Richtige ist, denken sie schwer darüber nach wie schnell Sie schwitzen und wie aktiv Sie wirklich sind. Wenn Sie stark schwitzen, ständig aktiv sind und Hitze bilden, dann ist wahrscheinlich eine der mehr atmungsaktiven, weniger schützenden Soft Shell Materialien für Sie.

Wenn Ihnen eher kalt ist, dann macht für Sie eine schützende, weniger atmungsaktive, Membran Soft Shell eher Sinn. Das Material ist weniger atmungsaktiv, bietet jedoch deutlich besseren Schutz.

Letztendlich sollten Sie beachten, dass Soft Shell Stoffe ganz genau das sind, eine Shell, und sie bieten sehr geringe Isolierung. Es gibt einige mit einer inneren dünnen Fleece Lage, die für kalte Bedingungen entwickelt wurden. Es gibt keinen Grund, weshalb man nicht eine isolierende Schicht für kalte Konditionen hinzufügen kann. Und wenn es etwas milder ist kann man sie einfach direkt über dem Baselayer tragen.

Mischlinge...: Da Soft Shell nur eine Marketing Bezeichnung ist gibt es auf dem Markt jede Menge an Kleidungsstücken die Soft Shell sein können, es kommt ganz auf die Ansicht an. Diese sind unter anderem Paramo, Buffalo-Style Stoff/Pertex Bekleidung und jede Menge andere Microfleece Shells.

Sind das Soft Shells? Niemand weiß es wirklich…Wenn sie ihren Zweck erfüllen, spielt es keine Rolle. Es ist dem Argument ähnlich, ob massenproduziertes Bier echtes Bier ist...wenn es Ihnen schmeckt, trinken Sie es!

Eigenschaften...
Da wir über eine sehr breite Auswahl an Bekleidung unter der Bezeichnung ‘Soft Shell’ sprechen, kommt es bei der Entscheidung auf die Art von Aktivität und Bevorzugung an.

Für technische Kletter- und Bergsteiger Soft Shells, die in Gebirgskonditionen benutzt werden, sollte man wahrscheinlich Soft Shells wählen, die ähnliche Eigenschaften haben wie die, die man von konventionellen ‚Berg-Shells‘ erwartet. Das bedeutet, eine feste Kapuze mit einer Art versteiftem Schirm, Ärmel-, Saum- und Nackenverstellung, möglicherweise Belüftung, besonders, wenn man einen Stoff auf Membranbasis gewählt hat u.s.w. Es gibt viele Kleidungsstücke, die dieser Ausstattung entsprechen. Die meisten Soft Shells scheinen wie ein Fleece geschnitten zu sein.

Für mehr allgemeine Bergwanderungen sind Kapuzen immer noch gut zu gebrauchen. Sie sind ideal für Pausen und verleihen der Jacke mehr Vielseitigkeit. Viele Soft Shells werden als Ersatz für Fleece angesehen, daher ist es schwierig eine Alternative zu finden. Wenn man keine Kapuze will, hat man eine wesentlich größere Auswahl.
Andere generelle Eigenschaften sind die gleichen, wie die von anderen technischen Jacken. Man sollte darauf achten, dass Taschen nicht im Weg von Kletter- oder Hüftgurten sind. Gibt es eine Kartentasche, tragen Sie eine Karte? Sind Säume und Ärmel verstellbar? Mit einer Hand? Kann man sie verstellen, wenn man Handschuhe trägt, falls nötig? Manche Personen könnten ebenfalls einen Drop-Tail zum Schutz des Rückens bevorzugen, ohne das er die Beweglichkeit behindert.

Soft Shells und Regen: Es gibt wasserdichte Soft Shells, diese haben jedoch keine höhere Atmungsaktivität als gewöhnliche wasserdichte Bekleidung. Das weichere Material saugt jedoch leicht mehr Wasser auf und reduziert dadurch die Atmungsaktivität.

Die meisten Soft Shell Materialien funktionieren gut in leichtem Regen oder Schnee, für starke Regenfälle benötigt man jedoch eine wasserdichte Jacke, die man schnell für richtigen Regenschutz überwerfen kann. Obwohl die Membrane z. B. im Windstopper quasi wasserdicht ist, dringt Wasser dennoch durch die Nähte ein und man wird nass.

Man kann Soft Shell länger tragen bevor man eine Wasserdichte Jacke braucht, aber letztendlich wird man eine brauchen.

Verwirrt?: Vor ein paar Jahren wählten US Outdoor Geschäfte Soft Shells als das meist verwirrende Konzept, das je von der Outdoor Industrie entwickelt wurde. Wenn man Soft Shell bis zu einem bestimmten Grad als wetterfest betrachtet, jedoch nicht generell als wasserdicht, dann kann nicht viel schief gehen. Was man entscheiden muss ist, was für eine Wasserabweisung man benötigt – und man muss bedenken – je höher die Wasserabweisung, desto geringer wird die Atmungsaktivität sein.

Im Gegenzug sind wirklich schützende Soft Shells den konventionellen wasserdichten Shells sehr ähnlich, wenn es um Schweiß- und Hitzetransport geht. Sie haben die Wahl.

 
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Ich bin hocherfreut darüber, dass unser Projekt gewählt wurde. Ich bedanke mich herzlich dafür und setze mich für das Vorangehen des Projektes ein. Auch wenn es in Madagaskar während den letzten Wochen zu politische Unruhen kam, möchte ich die Expedition diesen Herbst stattfinden sehen.
Evrard Wendenbaum, Naturevolution