Hydrationssysteme

Benützen Sie immer noch eine Wasserflasche? Hier finden Sie einige Hinweise, worauf beim Kauf und der Pflege eines Hydrationssystems zu achten ist.

Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, als Hydrationssysteme noch etwas für komische Mountainbiker und Abenteuerfreaks waren. Heutzutage verfügen jedoch die meisten Klettersets über ein komplettes Fach zur Aufnahme eines Trinksystems sowie einer Fixierung für den Schlauch - und dies aus gutem Grund.

Hydrationssysteme sind sehr gut, da man weniger, dafür öfters trinkt. Dies ist eine effektivere Art der Hydration, anstatt viel und selten zu trinken. Zudem müssen hierfür keine Pausen eingelegt werden. Es müssen auch keine Flaschen herumgetragen werden, wodurch mehr Flüssigkeit mit auf die Tour genommen werden kann. Indem man die schweren Flüssigkeiten nahe am Rücken trägt, wird zudem die Gewichtsverteilung des Gepäcks optimiert.

Es gibt jedoch auch einige Nachteile - Hydrationssysteme sind schwieriger zu reinigen als übliche Trinkflaschen, das Röhrchen ist oft mühsam durchzufädeln, und je nachdem, wie gut das System konzipiert ist, tendieren Röhrchen, Ventil und auch die Blase in wirklich kalten Verhältnissen dazu einzufrieren - so müssen Sie sich mit einem Eis am Stiel zufrieden geben müssen.

Worauf muss also beim Kauf eines Hydrationssystems besonders geachtet werden? Hier sind einige praktische Tipps.
 
Hydration for life!
Hydration for life!

Trinkblasen gibt es in allen möglichen Arten und Formen. Die meisten haben eine Kapazität von zwei bis drei Litern. Falls Sie längere Trips planen, sollten Sie sich auf jeden Fall für eine grössere Version entscheiden. Diese muss ja nicht unbedingt immer bis oben gefüllt werden. Wenn es jedoch richtig heiss wird, ist ein Flüssigkeitsbedarf von einem Liter pro Stunde durchaus realistisch.

In Bezug auf die richtige Blase kann es da schon ein wenig komplizierter werden. Auch wenn es von den Herstellern oftmals bestritten wird, wird die Blase mit der Zeit den Geschmack von den darin transportierten Getränken annehmen und mit exzessivem Gebrauch auch nicht mehr so stabil sein.

Bei täglichem Gebrauch lohnt sich auf jeden Fall eine anti-mikrobielle Lösung zur Behandlung der Blase, wodurch die Verbreitung von Bakterien verhindert wird. Verschiedene Firmen verwenden unterschiedliche Materialien zur Konstruktion der Blase – zum Beispiel Polyethylenfolie, um den Geschmack des Plastiks zu minimieren. Einige vergeben sogar eine lebenslange Garantie auf deren Blasen.

Das Öffnen der Blase ist ein weiterer, sehr wichtiger Faktor. Schraubdeckel können schnell klebrig werden, vor allem wenn Energy Drinks transportiert werden. Ein Fold-Over oder ein Clip-Verschluss machen das Reinigen sehr viel einfacher. Tipp: Vaseline kann helfen, das Öffnen klebriger Verschlüsse wieder einfacher und reibungsloser zu machen.

Das Ventil: Beim Ventil sollte vor allem auf eine angemessene Durchflussmenge und eine einfache Handhabung geachtet werden. Mechanische Exemplare mit Antriebsfedern sind zwar gut, aber auch unhygienischer und anfälliger auf Defekte. Ein Sperrsystem kann verhindern, dass die Flüssigkeit im Kofferraum Ihre Autos ausläuft, man muss aber auch noch daran denken, dieses einzuschalten. Schliesslich sollten Sie darauf achten, ein rechtwinkliges, ergonomisches Ventil zu wählen, da diese am benutzerfreundlichsten sind.

Der Rucksack: Es ist wahrscheinlich besser, zuerst einen idealen Rucksack zu finden, in welchem Sie das Hydrationssystem verstauen können, als ein All-in-one Paket zu kaufen – es sei denn, Sie sollten ein wirklich gutes Angebot erwischen. Diese sind jedoch oftmals für Renner oder Biker konzipiert und haben nicht genügend Kapazität für Bergsteiger.

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass das Trinkblasenfach die richtige Grösse hat, vor allem wenn Sie eine Blase mit drei Litern gekauft haben. Prüfen Sie, wie einfach es ist, den Trinkschlauch aus der Tasche zu bekommen und ob dies auf beiden Seiten geht. Schliesslich sollten die Schulterriemen über Klammern verfügen, damit der Schlauch nicht hin und her rutscht.

 
Cold, cold water ...!
Cold, cold water ...!

Pflege und Unterhalt: Anfänger machen sich oft Sorgen, ihr Hydrationssystem nicht richtig zu pflegen, aber in Wirklichkeit ist es ziemlich einfach. Spülen Sie es gleich nach dem Gebrauch ab und lagern Sie es im Gefrierschrank oder an einem trockenen Ort.
Sollte sich mit der Zeit Schimmel bilden, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können sich ein Set mit speziellen Bürsten kaufen, mit welchen Sie das Set richtig reinigen und danach einfach mit warmem Seifenwasser abspülen können. Lassen Sie es anschliessend wie oben beschrieben trocknen. In schlimmen Fällen verwenden Sie am besten ein Desinfektionsmittel für Babyflaschen und lassen alles über Nacht einweichen.

Sie können sich auch Reinigungs- oder Desinfektionstabletten kaufen, einige Benutzer schwören sogar auf Prothesenreinigungstabletten. In schlimmen Fällen sollten Sie auch das Mundstück behandeln. Der Gipfel eines Berges ist wohl kaum der richtige Ort, um Magenbeschwerden zu bekommen...

Brrrrr... Es ist eiskalt: Sie können sich auch kleine isolierte Schläuche und eine Schutzhülle für das Mundstück kaufen. Wenn es jedoch richtig kalt wird, wird dies wahrscheinlich nicht sehr viel nützen. Ab und zu Flüssigkeit vom Mund zurück in die Blase fliessen zu lassen kann vor dem Gefrieren schützen. Es hilft auch, wenn Sie von Anfang an warmes Wasser verwenden.

Bei Temperaturen tief unter dem Nullpunkt wird das Gefrieren der Getränke wohl unausweichlich sein, also seien Sie gut vorbereitet. Sie wollen nach einer langen, harten Wanderung ganz bestimmt nicht ohne Getränk dastehen...

 
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Ich bin hocherfreut darüber, dass unser Projekt gewählt wurde. Ich bedanke mich herzlich dafür und setze mich für das Vorangehen des Projektes ein. Auch wenn es in Madagaskar während den letzten Wochen zu politische Unruhen kam, möchte ich die Expedition diesen Herbst stattfinden sehen.
Evrard Wendenbaum, Naturevolution