Klettersport und Zustiegskletterei

Für manche ist die Leidenschaft des Klettersports stark mit der Naturerfahrung verbunden: Den Elementen ausgesetzt zu sein. Die Sichtung und Begegnungen mit Wildtieren geniessen, während wir den Kampf gegen die Elemente aufnehmen. Paradoxerweise können unsere Begegnungen mit der Natur, die wir lieben, das langfristige Überleben von einigen Naturbestandteilen gefährden.

Wir sollten also logischerweise während unserer Zeit in den Felsen alles tun, was wir tun können, um die Felsstrukturen zu schützen und zu bewahren. Damit ist auch den Wildtieren, für die sie lebensnotwendig sind, gedient.
 
Es Tressider downclimbing the Inaccessible Pinnacle on Skye
Es Tressider downclimbing the Inaccessible Pinnacle on Skye

Einige Probleme werden durch die Beanspruchung von Felsen durch Bergkletterer erzeugt: Das Niedertrampeln von Pflanzen, Erosionen auf den Pfaden, die zu den Felsen führen und der Verlust von Saatgutbanken auf den Felsvorsprüngen, die während der „Säuberung“ von Kletterrouten vorgenommen werden. Auch problematisch sind die Schäden, die an auf den Felsen wachsenden Pflanzen und Flechten entstehen. Zudem werden nistende Vögel gestört sowie auch andere Tiere, die in der Nähe der Felsen leben. Weiter richten die Verschraubungen der Kletterer Erosionen und Schaden an. Um einen verantwortungsvollen Bergkletterer zu sein, sollten Sie nicht nur den Ratschlägen im Teil ‘Spazieren, wandern und picknicken - Die Natur geniessen‘ befolgen, sondern auch folgendes beachten:

  • Entfernen Sie keine Pflanzen, Moose und Flechten, ohne zuerst die Erlaubnis des Landbesitzers oder des entsprechenden Landverwalters dafür erhalten zu haben. Sie können sich strafbar machen, wenn Sie natürliche Lebensräume während des Klettern oder Abseilens beschädigen.
  • Prielen und Flechten sind empfindlich und wichtig für die Lebensräume. Versuchen Sie, nichts an ihnen fest zu machen.
  • Vermeiden Sie es, den Felsen zu beschädigen. Die Felswand sollte nicht beschädigt oder deformiert werden. Versuchen Sie, keine Erosionen zu verursachen, indem Sie das Klettern an Sandsteinen bei feuchtem Wetter vermeiden. Auf grobkörnigen Sandsteinen sollten keine Stahlbürsten verwendet werden und das Topropen derselben Routen auf Kalkstein sollte unterlassen werden.
  • In vielen Gebieten ist der Gebrauch von ortfesten Anlagen aus Gründen der Anschaulichkeit, auf Wunsch der Landbesitzer oder wegen Haftungsgründen verboten. Jedermann, der das Anbringen von neuen ortsfesten Anlagen oder die Erneuerung einer bestehender Anlage beabsichtigt, sollte sich eingehend über den lokalen Kletterethos, die Gesetzgebung, die Wünsche der Landbesitzer und die ökologische Sensibilität des Gebiets erkundigen. Auch die Ansprüche der öffentlichen Sicherheit wie auch die Frage, ob das Anbringen absolut notwendig ist, müssen berücksichtig werden
  • Seien sie besonders vorsichtig, dass Sie beim Abseilen keine Erosionen durch das Lockern der Steine verursachen. Benutzen Sie vor Ort angebrachte Abseilstationen (falls diese vom Landbesitzer dort angebracht worden sind). Benützen Sie Bäume nicht als Abseilhilfen. Falls sie doch benötigt werden müssen, sind Baumschützer zu benützen. Auch sollten Sie nicht auf die Wurzeln treten.
  • Kletterrouten sollten nur dann im Winter benützt werden, wenn sie gänzlich mit Schnee und/oder Eis bedeckt sind, um Schäden am darunterliegenden Gestein zu vermeiden. Gegen Norden ausgerichtete Felsenwände bieten oft die besten Verhältnisse für den Bergsport im Winter. Jedoch sind sie auch Heimat von seltenen Alpenpflanzen. Für ihren Schutz ist es wichtig, dass die Vegetation komplett gefroren ist. Manche Alpenpflanzen sind nur oberflächlich in moosbedeckten Flächen verwurzelt und können leicht von Eispickel und Steigeisen beschädigt oder disloziert werden. Wenn Sie Felsspalten für Ihren Pickel ausräumen, könnten Sie die letzten Überbleibsel einer raren Pflanzenart vernichten. Vermeiden Sie also die Zerstörung aller Pflanzen.

 
Just hanging around
Just hanging around

In den meisten Ländern sind Vögel gesetzlich geschützt. In Grossbritannien sind Vögel, ihre Eier und Nester durch das gesetzliche Wildlife und Countryside Act (1981) geschützt. Der bedrohte Wanderfalke zum Beispiel steht unter strengem Naturschutz. Es ist die Verantwortung eines jeden Bergsteigers, in den Felswänden nistende Vögel nicht zu stören. In manchen Ländern haben einige Felswände im Frühling „Vogelbeschränkungen“ (normalerweise vom 1.März bis zum 30.Juni). Als Bergsteiger sollten Sie sich vorzeitig darüber informieren, ob Vögel in der Felswand, die Sie zu erklimmen wünschen, nisten. Auch sollten Sie sich darüber informieren, ob es Kletterbeschränkungen gibt. Normalerweise werden Felswände mit Kletterbeschränkung angeschrieben, dies ist aber nicht immer der Fall. In einigen Ländern werden die Klettereinschränkungen auf Webseiten aufgeführt. Zum Beispiel kann die Regional Access Database (regionale Datenbank der Kletterbeschränkungen) Grossbritanniens auf der Webseite des British Mountaineering Council HIER eingesehen werden. Die Webseite des Fell and Rockclimbing Club kann HIER eingesehen werden.

Wählen Sie erst eine Route aus, nachdem Sie sich über die Gesetzgebung und möglichen Klettereinschränkungen informiert haben. Wenn Sie sich der Felswand, an der Sie zu klettern wünschen, nähern, sollten Sie nach nistenden Vögeln Ausschau halten. Beobachten Sie auch, ob die Möglichkeit besteht, dass Sie nicht nistende Vögel stören könnten. Falls sich nistende Vögel an der Felswand ihrer Wahl befinden, klettern Sie besser anderswo. Falls Sie doch an der Felswand klettern möchten, halten Sie einen genügend grossen Abstand zu den Vögeln. Unmittelbar vor oder nachdem die Vögel ihre Eier legen wie auch nach dem Schlüpfen der Jungtiere sind sie am angreifbarsten. Sie können erkennen, dass Sie die Vögel stören, wenn sie laut zetern, sich sichtbar unruhig verhalten oder sich in einem vorgetäuschten oder echten Angriff auf Sie stürzen. Für weitere Ratschläge, wie Sie Vögel nicht stören, besuchen Sie die Webseite des Fell and Rock Climbing Club HIER oder die des British Mountaineering Councils HIER (beide auf Englisch).

Mehr Informationen erhalten Sie hier:

The British Mountaineering Council (kurz: BMC, das Konzil für britische Bergsteiger) hat einen verständlichen 'Grünen Führer für die Hochländer' herausgegeben, denn Sie HIER finden.

Das BMC hat auch den nützlichen Crag Code (Umgang mit Kletterfelsen) veröffentlicht. Der nachhaltige Umgang mit Felsen in England und Wales soll durch diese Publikation gefördert werden, und der Code enthält gute Ratschläge für alle Kletterorte. Sie können diese Publikation HIER finden.

 
Wenn Sie eine Person sind, die die freie Natur liebt und unsere Projekte unterstützen möchte klicken Sie bitte auf den nachstehenden Spenden Button.  Sämtliche Zuwendungen und Spenden,die wir dieses Jahr (2017) erhalten, fliessen im Rahmen unseres ‘2-Millionen-Bäume’ Projekts in  Wiederaufforstungsprojekte  in Nepal.
Ich freue mich sehr, dass die EOCA unser Projekt angenommen hat..... Als ich die gute Nachricht erhielt, war ich in einem Meeting um (unsere) Naturschutzstrategie für die nächsten vier Jahre zu planen. Der Rotfussfalke ist eine der Tierarten, für die dringende Schutzmassnahmen ergriffen werden müssen. Ihre finanzielle Unterstützung wird dabei eine grosse Hilfe sein.
Emil Todorov, Bulgarian Society for the Protection of Birds